Unsere Flächen

Stand: September 2020

Um Lücken in der Biotopvernetzung zu füllen, wurden von Aktiven des Bunten Bandes gezielt an ausgesuchten Standorten Blühflächen angelegt.

Sonnig gelegene Rasenflächen sind sehr gut geeignet, um dort eine Blühfläche zu schaffen. Am Bahnhof Schlump bot sich diese Gelegenheit – eine kurz gemähte, sehr artenarme Fläche direkt an einer großen Kreuzung.



Schlump – Sommer 2020

Aus der Rasenfläche wurde innerhalb eines Jahres eine Blühfläche. Begonnen wurde mit einer Bepflanzung am Rand. Zweijährige Pflanze wie Königskerze, Karde, Nachtkerze, Fingerhut und Natternkopf sorgten dafür, dass es im Sommer 2020 prächtig blühte. Hinter der Bepflanzung konnte weiter gearbeitet werden, die Sandfläche wurde erweitert und der hintere Rand wurde im Sommer 2020 bepflanzt, damit 2021 wieder Blumen für die vielen hungrigen Bienen und Hummeln bereitstehen. Teile der Sandfläche bleiben als Nistflächen für die Sandbienen erhalten, weitere Teile werden aber auch mit regional zertifiziertem Saatgut der Firma Rieger-Hofmann eingesät, um die Artenvielfalt noch weiter zu erhöhen.

Verschiedene Sandbienen (Andrena) siedelten sich auf der Fläche an. Wir konnten im Frühling 2020 etwa 40 Nistlöcher zählen. Die Glockenblumen wurden gut besucht von der Glockenblumen-Scherenbiene und anderen kleinen Wildbienen.

Solitäre Grabwespen waren in sehr großer Zahl auf der Fläche und auf dem angrenzenden Trampelpfad zu finden. Wir zählten im Hochsommer über 200 große und kleine Nistlöcher. Auch Brutparasiten wie Blutbienen und die Goldwespe fanden sich ein.

Auf den folgenden Bildern kann man ein paar Einblicke in die Entstehung der Blühfläche am Schlump gewinnen:

Die Deutsche Wildtier Stiftung erstellte im Sommer 2020 für die Fläche am Schlump eine Info-Tafel zum Leben der Wildbienen:



Im Frühling 2020 spendete die Deutschen Wildtier Stiftung insektenfreundliche Wildstauden. Schon bei der Einrichtung der Fläche wurden von der Deutschen Wildtier Stiftung und dem HVV hier schon mehrere Kubikmeter Sand gespendet, um die Nistfläche der Sandbienen zu erweitern. Der Boden wird durch den Sand abgemagert und durchlässiger gemacht, so dass hier Wildstauden gedeihen können, die nährstoffarmen Boden benötigen.

Die im rechten Bild noch sichtbaren Reste der Grasnarbe wurde vor dem Verteilen des Sandes entfernt – das Queckegras würde es mühelos schaffen, auch dicke Sandschichten zu durchwurzeln und musste daher besonders sorgfältig entfernt werden.

Auf dem unteren Bild: So sah die Fläche im Herbst 2019 aus. Die im Sommer 2020 mächtigen Königskerzen, Karden und Fingerhüte waren noch klein. Es sind zweijährige Pflanzen, die als Blattrosette überwintern. Die Nachtkerze blüht hier schon.

Die Pflege der Flächen wird teilweise durch Mähen geschehen, vielfach aber auch einfach durch Jäten. Der Vorteil des Jätens ist, dass dabei kahle Bodenstellen geschaffen werden. Viele Wildbiene und Solitärwespen brüten im Boden, daher sind kahle Bodenstellen sehr wichtig.

Die Fläche am Bahnhof Schlump ist ein guter Ausgangspunkt zu einem Spaziergang durch das Bunte Band Eimsbüttel. Weitere Flächen liegen bei der Christuskirche und weiter Richtung Westen bzw. Norden.

An der Christuskirche am Weidenstieg gab es im Laufe des Oktobers 2019 sechs Arbeitseinsätze. Gemeindemitglieder, Nachbarn und andere Aktiven bereiteten den Boden vor, verteilten Sand zur Abmagerung der Flächen, säten aus und steckten die Frühblüher- Blumenzwiebeln. Etwa 170 qm Fläche wurden vorbereitet, 6 Kubikmeter Sand verteilt, 0,3 kg regional zertifizierte Saat der Firma Rieger-Hofmann wurde ausgebracht (Wildbienensaum-Mischung) und 600 Blumenzwiebeln in die Erde gebracht (Krokusse und Blausternchen).

Die Fläche an der Christuskirche hat sich sehr gut entwickelt und bot Nahrung und Nistplatz für viele Insekten. Im Boden fanden sich viele Löcher von Sandbienen und solitären Grabwespen.

Sommer 2020

Geht man hinter der Kirche zwischen den Gemeindehäusern hindurch, gelangt man zu einem Grünzug, der sich weiter nach Westen erstreckt, parallel zur Fruchtallee. Folgt man diesem bis zum Eppendorfer Weg, erreicht man eine weitere Fläche des Bunten Bandes, die „Elefantenfläche“. Hier haben die Grünpfleger des Bezirks den Boden vorbereitet und Sand aufgebracht, wir mussten nur noch säen und ein paar Initialstauden pflanzen. Auch hier stehen nun Nachtkerzen, Karden und Königskerzen.

Wer jetzt noch weiterspazieren möchte, kann zum Beispiel dem Grünzug folgen, vorbei am Hamburg-Haus, durch Wehbers Park und dann weiter die Fruchtallee hoch bis zur Kreuzung mit dem Heußweg gehen. Auf der Kreuzung Fruchtallee/Heußweg findet man eine begärtnerte Verkehrsinsel. Biegt man dann links in den Fußweg ein, der eine Fortsetzung des Heußweges ist, kommt man zum Spielhaus Eimsbüttler Marktplatz. Um das Spielhaus herum sind verschiedene insektenfreundliche Beete, hinter dem Spielhaus ein kleiner Nutzgarten. Wenn man weitergeht, erreicht man die Grundschule Eduardstraße. Dort findet man eine Wildblumenwiese. Besonders zu empfehlen ist dieser Spaziergang Ende April, dann kann man viele bodenbrütende Wildbienen beobachten.